Wozu twittern?

Frage mich gerade zum ersten Mal, dafür aber ernsthaft, ob ich mein Twitter-Account nicht löschen sollte. Ich meine, was soll der Quatsch mit dem Link-Posten, Retweeten, Weisheiten-von-sich-geben, Zitieren, dem Follower-und-Following-Shit?

Wozu?

Um Informationen zu erhalten und weiter geben zu können? Das geht auch anders. Es gibt schließlich Suchmaschinen.

Oder – noch besser – um soziale Kontakte zu “pflegen”? So wie auf Facebook, was?

Give me a break! Habe ich nichts Besseres zu tun?

Da meine Bedenken for now nicht von der Hand zu weisen sind, es aber gleichzeitig unratsam wäre, aus einem momentanen Gefühl heraus zu handeln, scheint es angemessen, das Ganze noch mal zu überschlafen …

Setze bis dato also weiterhin einen Fuß in die Timeline …

15 Respostas para “Wozu twittern?

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  2. Ja, ich habe auch so meine Probleme mit Twitter: Viel Wind um nichts, ist häufig mein Empfinden. Und ja eigentlich nur eine weitere Möglichkeit: dass jene, die sich im realen Leben schon immer gerne selbst reden gehört haben, nun ein relativ effektives Mittel gefunden haben ihre Ergüsse im Internet zu vervielfältigen – das Glück der großen Zahl.

    Ich bin – ebenso wie Du – hin und her gerissen. Ziehe ich mich aus Twitter zurück, beschliche mich immer auch irgendwo das Gefühl ich würde kuschen. Andererseits, wenn ich dabei bliebe: wie sollte ich dazu beitragen, dass sich an eben den von Dir beschriebenen Zuständen etwas ändert. Ist gar dieses Oberflächlliche, Reines-Instrument-zur-Vervielfältigung system-, sprich Twitterimmanent (oder gar Internetimmanent)?

    (Würde ich mich vom Twittern verabschieden, entspräche dies meinem eigentlichen Credo viel mehr; ich fühlte mich, da Bloggern (Hermine sagt so) mein eigentlicher Spaß ist, viel authentischer (das weiß ich jetzt schon): Ich empfinde mich als intrinsisch motivierter Vor-mich-hin-Schreiber. © HarryH_III)

    P.S.:

    Um Informationen zu erhalten und weiter geben zu können? Das geht auch anders. Siehe Google.

    Worauf beziehst Du Dich damit eigentlich genau?

    • Ich meinte Suchmaschinen. (Das wollte ich schon vorher korrigiert haben).

      Man kann sich Informationen natürlich auch über Twitter verschaffen, indem man Seiten verfolgt, die dort tweeten. Das ist übrigens ein Pro-Argument, wie mir gerade auffällt.

      • Na, wenn Du jetzt sogar schon wieder ein Pro-Twitter-Argument gefunden hast, dann ist mein Kommentar ja schon fast wieder als eine gelungene und damit erfolgreiche Krisen-Intervention auffassbar.😉

        • Bei Twitter scheint es mir eher weniger um “viel Wind um Nichts” zu gehen, als vielmehr um einen – hm – Overflow an Information.

          “Folget mir und ich segne Euch mit meinen Infos”, oder so ähnlich.

          Mal im Ernst: ich frage mich, wie diese ganzen “Profile”, die hunderten von “Leuten” folgen, mit dem ganzen Zeug zurecht kommen, welches sich da ständig auf der Timeline bei ihnen “ergiesst”. Es ist doch vollkommen klar, dass man sogar in meinem Fall (ich folge nur gut 20 ) darauf angwiesen ist, “zu überfliegen”, also auf eine Art und Weise zu “selektieren”, die nur oberflächlicher Natur sein kann. Man verliert sich, ganz zwangsläufig, in einem Jahrmarkt aus Links, Weisheiten und Sprüchen.

          Das, genau das, ist meine Kritik an Twitter als Medium.

          Deinen letzten, sehr humorvollen, weil gezielt formulierten Kommentar schätze ich trotzdem sehr.

          Abgesehen davon, dass man sich aussuchen kann, WEM man folgt, greift darüber hinaus noch jene Herausforderung, die ich spüre, wenn ich tweete (und nicht re-tweete): in 140 Zeichen, also kurz und knapp, etwas ausdrücken zu können (zu müssen), das ich für erwähnenswert halte.

          Fasse Dich kurz!
          Gefällt mir.

          • (Vielen Dank für Deine Komplimente.)

            Ja, dieses überfliegen-müssen, dieses dazu gezwungen sein die Tweets zu überfliegen ist es, was auch mir stinkt. Man neigt dazu beziehungsweise man wird dazu gezwungen sich eine ganz andere Art der Perzeption anzugewöhnen. Weil es anders gar nicht machbar ist. Sich etwas wirklich tiefgründig anzuschauen wird (nahezu) obsolet, lässt man sich regelmäßig auf diese Art der Medien ein. Und: versuchst Du dann auf die altmodische Art an ein Buch, einen Artikel, eine Begegnung, eine Schachpartie usf. heranzugehen, wirst Du – nach längerer Abstinenz von dieser Art der Perzeption – Schwierigkeiten bekommen Dich zu konzentrieren, Dich zu fokussieren.

            Ich habe mal jemanden dieser Next-Generation ankommentiert, nachdem er verlautbart hat, dass er so circa 300-400 Reader-Abonnements (es können auch noch einige mehr gewesen sein) hat und ein etwa zehnfaches an Twitter-Followern, und dass er das alles lässig und täglich bewältigt. Ungefähr so: das geht doch gar nicht und wozu überhaupt und da muss doch was dabei auf der Strecke bleiben? Nein, alles klar; das ist gar kein Problem; er antwortet und kommentiert hier, er antwortet und kommentiert da… – und er postet für sein eigenes Blog, täglich und mehrfach…

            Ich bin da, was Twitter angeht, ganz pragmatisch: ich schaue meine “Timeline” und dieses “Retweets von anderen” nur soweit an, wie sie meinen Bildschirm füllen (und vielleicht noch ca. vier Tweets dazu, wenn es sich gerade zeitlich absolut überschneidet). Alles andere lohnt sich in diesem dahinrasenden Medium doch eigentlich gar nicht?! (Für mich nicht!) – Und wenn mich etwas wirklich anspricht und ich Lust und Laune dazu verspüre, reagiere ich auch mal darauf – und springe in den Strom.

        • Habe mich vorhin mal wieder auf Twitter eingeloggt und mir ist aufgefallen, dass es da jemanden nicht mehr gibt: Dich – weder unter “following” noch unter “followers”.

          Daher die “Masterfrage”:
          Hast Du Dein Account auf Twitter gelöscht?
          Reine Neugierde und es passt halt zu gut zu obigem Post.

          • Neugierde ist eine dieser wichtigen Charaktereigenschaften, die ich sehr schätze.

            Ja, ich habe meinen Twitter-Account gelöscht; aufklärend und erhellend sollte dieser Post wirken.

            Das Temperament meiner Großmutter (mütterlicherseits) ist mal wieder, wie ein Wirbelwind, in mich gefahren (hat aber nur, wie immer, eine Teilherrschaft übernommen).

            (Augen zu draufdrücken und hoffen, dass das diesmal mit dem HTML-Link auf Anhieb klappt; wie sonst ja eigentlich auch.)

          • Das mit dem HTML-Link hat geklappt, gottseidank. (Nur, ein Komma habe ich ob der ganzen Aufregung vergessen – ist zu verschmerzen.)

            Auf Deinen Hinweis hin, habe ich mir Dein O-Post nochmals durchgelesen.

            Es stimmt schon, auf was ich eigentlich setze, ist so etwas wie Facebook. Es wäre eigentlich ideal, was ich so sehe: bloggen, Post-Propaganda, Community, (vernachlässigbares) Spass- und Spiel-Equipment. Dort sind mir aber die Datenschutz-Dinge zu undurchsichtig. Zu restriktiv ist mir der Zwang zur Angabe der echten eigenen Daten.

            Im Grunde warte ich wohl auf das Fleisch gewordene Gerücht des Google Me; so in etwa wie Facebook, ohne oben erwähnte Defizite für mich.

          • Facebook wäre eine Alternative, wenn da nicht … so einiges … im Argen läge … Nicht nur die Datenschutzgeschichte. Facebook ist mir einfach zu “spillerig” in Bezug auf Inhalte und Diskussionsforen. Ich meine, wenn schon “Social Network”, dann richtig und nicht in betont amüsiert-lässig-lächelndem Seifenblasenformat, oder? Im Vergleich dazu ist Orkut richtig tiefgründig. Orkut hat das, was Facebook (unter anderem) fehlt: eine zuweilen sehr anregende Forenkultur. Eitelkeiten gibt’s da natürlich auch, aber man hat zumindest den Eindruck (!), dass sich die Leute dort austauschen.

            GoogleMe kannte ich übrigens nicht. Habe das vorhin mal gegooglet (!) und sogar den Trailer für einen Film gefunden. Was das genau sein (oder werden) soll, ist mir allerdings nicht klar.

          • Was das mit GoogleMe werden soll, und ob es überhaupt jemals etwas wird, weiß ich auch nicht. Es ist halt immer nur so ein Gerücht, dass Eric Schmidt (Google) und Co. an so etwas wie einem GoogleMe herumbasteln sollen – Anzeichen dafür sind zurzeit, dass Google alles Mögliche aufkauft, was Web2.0-Kenner als notwendig und hinreichend für eine hervorragende Internetpräsenz eines solchen Social-Networks – und wirkliche Konkurrenz zu Facebook – erachten.

            Was die anderen Sachen mit den Foren – sogar einer Foren-Kultur – und dem amüsiert-lässig-lächelnden Seifenblasenformat angeht, kann ich das eigentlich gar nicht so recht beurteilen. Ich kenne mich mit Foren überhaupt nicht aus. Und weiter als bis zur (für meinen Geschmack) gängelnden bis manipulativen Facebook Anmeldung bin ich bei Facebook nicht gelangt. (Dass die Datenschutzbedingungen (z.B. in WordPress Einstellungen: Privatsphäre) für den User mindestens undurchsichtig, weil undurchschaubar und nicht kontrollierbar, sind, weiß ich nur durch entsprechende Blog-Berichte. Und ich glaube diesen Berichten, nach den Erfahrungen mit meiner eigenen von mir abgebrochenen Facebook-Anmeldung.)

            Es ist anscheinend dieses im Nirwana-herumschwirren, wenn man so wie ich einen Blog bei Blogger punkt com betreibt, dass mich zu Twitter brachte. Dieses Einer-unter-zig-Millionen-Dasein, welches man bei Blogger punkt com erlebt, merkt man, merkte ich erst nach einiger Zeit. (Blogger punkt com hat zum Beispiel nur Backlinks (keine Trackbacks): anscheinend keine richtig tolle Möglichkeit der Vernetzung und Rückmeldung in einer sogenannten Blogosphäre.)

            Das ist es eben: ich möchte mich nicht in einer Foren-Szene verzetteln – weil mir das Bloggen (dieses intrinsisch motivierte vor mich Hinschreiben) Spaß macht oder pathetisch formuliert: am Herzen liegt. Zusätzlich hätte ich aber auch gerne, dass mein Blog etwas mehr unter die Leute käme – dazu bedürfte es eben eines GoogleMe, vermute ich – eines wahren Repräsentanten des Social(ized) Web2.0.

            Orkut ist ja, wie Du bereits einmal geschrieben hast und wie ich mittlerweile auch herausbekommen (validiert) habe, sehr stark auf brasilianisches Einzugsgebiet fokussiert und hat wiederum diese Anbindung an eine etwaige Blogosphäre nicht.

            Twitter ist es – um zum Schluss zu kommen – jedenfalls für mich partout nicht gewesen.

  3. Ja, irgendwo kann man sich das wohl schenken. Aber lieber keine Kurzschlussaktion. Ich twittere ab und an mal, wenn ich Lust hab, ansonsten kann das Konto ja auch lange ruhen, macht ihm ja nix.

    Auch Facebook…hab ich auf die Leute eingeschränkt, die ich auch wirklich kenne, dann ists schon ganz nett, ab und an mal was von denen mitzubekommen.

    • Danke für Deine Antwort.
      Mir ist klar, was Du meinst und ich kann Dir nur Recht geben.

      Twitter bewirkt bei seinen Usern halt nicht zu selten eine “Eigendynamik” … Stichwort “Timeline”. So etwas kann, ähnlich wie bei Facebook – wenn auch mit anderen “Vorzeichen” – zu einer Sucht werden.

      Ich persönlich befinde mich gerade in einer, sagen wir, “experimentellen Phase”, in welcher ich über dieses Medium nachdenke. (Siehe meine Antwort auf HarryHIII’s humorvolle Bermerkung).

      Ob man es sich schenken kann?
      Natürlich kann man das.

      Man sollte aber auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
      Geduld und Zeit sind die besten Ratgeber.

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