Öffentlich, privat, oder was?

Das typische Symptom neoliberaler Beraubung besteht darin, dass der öffentliche Raum nicht mehr als ein positiver Raum definiert wird, der den Individuen Ressourcen bereitstellt, über die sie alleine nicht verfügen. Der Staat und alles was zum öffentlichen Raum gehört, wird nicht mehr als ein Versorger und Ermöglicher gesehen, sondern ausschließlich als eine Verbotsinstanz.

Dem entspricht eine Umkehrung des Appell-Typus gegenüber den Individuen. An sie wird von von der Öffentlichkeit nicht mehr appelliert in einem Sinn, der ihnen etwas Neues ermöglicht. “Jetzt nimm dich mal zusammen und sei ein bisschen eleganter als sonst, denn jetzt bist du in der Öffentlichkeit.” Das wäre in etwa die klassische Anrufung des italienischen Platzes in der Renaissance.

Heute hingegen dreht sich der Appell dann um und spricht die Individuen nur noch als Privatpersonen an, nicht als öffentliche Rollen;, nicht mehr als Citoyens, sondern nur noch als Bourgeois oder als Idioten im Sinn der griechischen Polis, die nur noch ihre Privatbelange pflegen.

Das ist das Gefährliche, wo sich eine narzisstische Kulturentwicklung mit einem Repressivwerden des Staats paart.

Robert Pfaller, gefunden auf TELEPOLIS.

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