Arquivo do mês: setembro 2012

Ensino escolar: Pesquisa Alemã revela vantagens de conceitos alternativos

Waldorf, Montessori ou escola regular?

Há muitos anos, esta questão é um tema “clássico”, sendo avaliado e discutido por pais da classe média e da classe média alta. Diante da decisão de escolher uma escola para a formação dos filhos, o assunto pode se desdobrar em discussões infinitas. Hoje em dia, muitos filhos são pressionados por pais ambiciosos a mostrar desempenho. Tais exigências agravam a situação nas escolas, resultando num clima extremamente competitivo e agressivo, e isso ocorre entre crianças e adolescentes que crescem num ambiente protegido e privilegiado. Em contra partida, a preocupação com o bem-estar dos filhos aumentou. Nesse contexto, modelos escolares alternativos estão gradualmente em foco por serem considerados mais aptos a estimular o desenvolvimento das habilidades infantis sem causar o medo de competir ou falhar.

“Verdade ou mito?”

Heiner Barz, um pesquisador da área de educação da Heinrich-Heine-Universität em Düsseldorf, divulgou, em fevereiro de 2011, os primeiros resultados de sua pesquisa nacional sobre satisfação e experiências de aprendizagem de alunos Waldorf, comparando-as com escolas regulares. Oitocentos alunos Waldorf preencheram questionários e mais que 50 entrevistas individuais com pais e alunos (duração entre 2 e 3 horas) foram realizadas. Recentemente, o pesquisador apresentou para a imprensa os resultados finais em forma de livro, confirmando a primeira percepção dos resultados provisórios do ano passado.

Segundo a pesquisa, os alunos de escolas Waldorf (existe outra pesquisa independente sobre alunos Montessori) estudam com mais entusiasmo, sofrem menos com sintomas de estresse como dor de cabeça, dor de barriga ou distúrbio de sono, sentem-se menos entediados e frequentemente tem uma impressão mais positiva da escola e dos professores do que os alunos de escolas regulares. Em parte, as diferenças são significativas. Oitenta por cento dos alunos Waldorf afirmaram que sentem prazer em estudar – em comparação a 67 por cento das escolas regulares. Oitenta e cinco por cento dos alunos Waldorf consideram o clima escolar e a atmosfera de aprendizagem como agradável e sustentador – em comparação a 60 por cento do alunos das escolas regulares. Sessenta e cinco por cento dos alunos Waldorf afirmaram ter um bom relacionamento com o professor, mas somente 31 por cento dos alunos de escolas regulares disseram a mesma coisa. (Os dados obtidos dos alunos de escolas regulares se baseiam em outras pesquisas usando questionários semelhantes).

O desempenho em provas finais do ensino médio também mostra bons resultados. “Pelo que sei, não existe nenhum estado federal no qual os alunos Waldorf se saíam pior que outros”, diz Heinz Barz. A maioria deles termina o ensino médio.

Todavia, na divulgação provisória dos resultados da pesquisa, Barz destacou um fenômeno comum entre alunos Waldorf e outros: a tendência a necessitar de reforço escolar, como em matemática, línguas estrangeiras e na preparação para as provas finais do ensino médio.

Seja como for, para Andreas Schleicher, coordenador do PISA (Programa Internacional de Avaliação de Alunos), o sucesso de aprendizagem nas escolas Waldorf ainda não foi apreendido de forma abrangente. Segundo ele, os resultados dos testes que a PISA realizou em escolas finlandesas bem-sucedidas, as quais adaptaram elementos da pedagogia Waldorf, mostrariam que as mesmas estimulam a aquisição de conhecimento baseada na realidade, ou seja, “naquilo que o mundo exige de nós”. Schleicher, que é contra as formas de “conhecimento instantâneo”, destaca como contraste uma forma de ensino cuja ênfase é “aplicar conhecimento de forma criativa, direcionando-o a soluções práticas em novas áreas”. Também menciona que alunos Waldorf se destacaram num estudo da PISA por “suas competências acima da média na área das ciências naturais”.

Texto original de Thomas Pany, publicado em TELEPOLIS, 27/09/2012
Tradução autorizada: Peter Hilgeland

Religioso?

Eu não encontrei expressão melhor que “religioso” para a confiança [que tenho] na natureza racional da realidade, na medida em que é acessível à razão humana. Quando falta esse sentimento, a ciência degenera em um empiricismo sem inspiração.

Albert Einstein, em carta a Maurice Solovine, em 1 de janeiro de 1951.

Itaim-Bibi

Der erste Eindruck war nicht gerade berauschend. Ein gesichtsloses Viertel der sogenannten “gehobenen Mittelklasse”. Vor allem die “famosen” Restaurants haben mich wenig interessiert. Nicht nur wegen der Preise. Ich fand (und finde) das Ganze ziemlich versnobt oder, besser gesagt, einfach fútil.

Ich vermute, dass Itaim-Bibi seine erste, richtige Blütezeit Ende der Sechziger oder im Verlauf der Siebziger erlebt hat. Familien aus der einfachen Mittelschicht kamen zu Wohlstand und viele von denen konnten sich plötzlich große Appartments leisten. Das geht mir jedenfalls durch den Kopf, wenn ich gewissen älteren Damen oder Herren auf der Straße, im Supermarkt und sonstwo begegne, die mittlerweile von ihrer Rente zehren, immer noch in den besagten Appartments wohnen und sich wohl gerne an jene “guten Zeiten” erinnern, in denen sie hier ansässig wurden und in der die ersten, “anspruchsvolleren” Wohnkomplexe entstanden. Momentan erlebt das Viertel wieder einen Boom – wohl seinen letzten. Wo noch Platz ist, wird geplant, abgerissen und gebaut, was Markt und Grundstücke noch herzugeben imstande sind.

Obwohl hier eine ganze Menge gutsituierter Familien wohnt, kann man nicht gerade behaupten, dass sich deren Sprößlingen viele Möglichkeiten bieten. Von Parks und Spielplätzen keine Spur. Dem Nachwuchs bleibt nur die Wahl, sich auf den gesicherten Grundstücken der Wohngebäude zu tummeln. Auf der Straße zu spielen oder Fahrrad zu fahren ist undenkbar. Der gnadenlose Verkehr lärmt sich den ganzen Tag über durch die Blocks. Dementsprechend teuer sind auch die wenigen Krippen, Kindergärten und Schulen. Und das nicht, weil sie pädagogisch besonders wertvolle Arbeit leisten würden.

Warum also? Na?

Genau: weil sie halt in Itaim-Bibi sind.

Teuer sind auch viele andere Geschäfte und Dienstleistungen. Von der Modeboutique über den Supermarkt bis zum einfachen Haarschnitt. Wer hier wohnt, sollte sich auf jeden Fall ein wenig umtun und Preise vergleichen. Wer aber auf teuren Schnickschnack steht, ist wiederum genau richtig. Wem die Brieftasche locker sitzt, der kann sich hier mit allem möglichen Zeug eindecken. Und später in einem der Nobel-Restaurants bei einem gepflegten Roten über den Sinn des Lebens nachdenken.

Soweit der erste Eindruck, denn ganz so schlimm ist es dann nun doch wieder nicht.

Wer sich nämlich erst mal mit dem Viertel vertraut gemacht hat, kommt man auch damit zurecht, irgendwie … Man arrangiert sich und findet sie, jene kleine Handvoll guter und günstiger Restaurants. Oder einen fähigen Friseur mit vernünftigen Preisen. Oder freundliche Geschäftsinhaber, die sich auskennen. Oder einige wenige Bäckereien, wo man am Wochenende in angenehmer Atmosphäre an der Straße sitzen, einen Kaffee genießen und sich unter die Leute mischen kann. Überhaupt, wer die stressfreie Seite kennen lernen möchte, der sollte sich das Viertel an einem Samstagnachmittag oder an einem Sonntag zu Gemüte führen. Da geht’s dann schon wesentlich ruhiger zu. Man trifft viele Anwohner mit Kind und Kegel, Hund und Freundin, also im Grunde eine ganze Menge Leute, die wohl genau eben solche Momente doch zu schätzen scheinen, da sie in diesen Stunden immerhin den Versuch wagen, ihre Arbeitswelten und Termine und Verabredungen und Sonstiges für ein Weilchen hinter sich zu lassen.

Trotzdem: wer nicht irgendwann wieder von hier wegzieht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Zwischen allen Stühlen?

Ob ich der einzige bin, der nicht so recht weiß, was von der ganzen “Beschneidungsdebatte” zu halten ist? Das ist wohl nicht der Fall. Mir persönlich fällt ein eindeutiges “Ja” oder “Nein” dazu jedenfalls eher schwer. Ganz abgesehen davon, dass diese Diskussion “aus der Ferne betrachtet” schon ein wenig skurril wirkt: in den brasilianischen Medien ist dieses Thema nämlich nicht von “öffentlichem Interesse”. Wie dem auch sei, mir passiert immer das Gleiche, egal ob ich nun Argumente von Befürwortern oder von Gegnern dazu lese oder höre; meine Reaktion auf deren in den meisten Fällen vehement vorgetragene Statements ist nur zu oft ein “Ja, aber …”, es scheint mir, dass beide “Lager” sowohl recht als auch unrecht haben mögen.

Der Unwille, mich einem “Lager” konsequent anzuschließen und die damit verbundene “innere Zerissenheit” spiegelt sich treffend in folgen Auszügen einer Diskussion wieder, die man auf einem “Psycho-Blog” in voller Länge einsehen kann – (ganz abgesehen von einer Menge anderer Beiträge und Links). Der erste Auszug stammt von Frank Werner Pilgram, einem sogenannten “Gegner”, dem ich schon zu Anfang des zitierten Abschnitts zustimme, denn …

… jeder Kult, der in Frage gestellt werden kann, hat seine ursprüngliche, kollektive Verbindlichkeit bereits verloren und verfällt dem Anachronismus. Deshalb wird er von seinen Parteigängern um so trotziger und blutiger behauptet. Aus der Notwendigkeit, leidvolle Trennungen (wie die von der Mutter) zu symbolisieren, konstruieren sie sich die Rechtfertigung einer Überbietung durch Opfer – statt deren zivilisierende Übersetzung und Sublimierung zu befördern. Da wird Kunst schlicht mit Kult, aus dem sie zwar kommt, über den sie aber wesentlich und qualitativ durch die sukzessive Aufhebung der Opfer hinausgeht, verwechselt und kurzgeschlossen. […] Am Ende läuft es dann doch nur auf die alte, simple Identifikation mit dem Aggressor hinaus, über die viele in ihrem Leben eben nicht hinauskommen: das Trauma, das ihnen in passiver Position angetan wurde, aktiv weiterzugeben.

Insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, daß heute zu diesem Anlaß und in unserem Gemeinwesen „keine 10 Männer zusammenzubringen sind“, denn deren ebenso homophobe wie verdrängt homophile Bündelei ist es ja vor allem, die mit solch affirmativ aufgefaßten Abraham-Isaak-Unterwerfungen installiert werden soll. Liegt doch der progressive Sinn dieser alttestamentarischen Geschichte nicht in ihrer kultisch-initiatorischen pars pro toto Re-Inszenierung, sondern in der Opfersubstitution, die dort zugunsten einer gesetzlichen Ordnung ermöglicht wird. In den Worten prophetischer Kritik: „Denn ich habe Lust an der Liebe, und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes, und nicht am Brandopfer.“ (Hosea 6.6) Unnötig zugefügter, zumal früher Schmerz bildet Kriegergesellschaften, keine human-erotischen Zivilisationen.

Wenn schließlich in der berechtigten Kritik der medizinisch-medialen Rationalisierung noch die Phantasie eines ‚Geburtsfilmchens’ herhalten muß, um die sadistisch ausgeübte Praxis der Beschneidung als unumgänglichen Akt der Subjekt- und Kulturbildung zu rechtfertigen, offenbart dies in der Tat einen misogynen Platonismus, der die sterbliche, verletzliche Leiblichkeit haßt und, weil dies glücklicherweise so nicht mehr ganz gesellschaftsfähig ist, ersatzweise auf den Rechtspositivismus, der sich erdreistet hat, jene zu schützen, einschlägt.

Aber, “und da haben wir den Salat”, auch die Antwort eines gewissen Karl-Josef Pazzini hat es in sich. Sie versucht, auf etwas einzugehen, dass meiner Meinung nach in der ganzen Debatte zu oft übersehen wird, nämlich die eigentlichen Ursachen für die Beschneidung und mögliche Faktoren, welche – jenseits aller religiös motivierten Begründungen – die Aufrechterhaltung dieser Praxis begünstigen könnten. Außerdem zweifelt Herr Pazzini an der Wirksamkeit rechtlicher Verbote, da …

… es nicht an sich ein Fortschritt in der Menschlichkeit ist, wenn die Beschneidung abgeschafft wäre. Nähmen wir es für ein „Symptom“, dann müssten wir doch konzedieren, dass es sich um eine kreative Lösung eines Konfliktes handelt. Was ist der Konflikt, für was ist die Beschneidung eine Lösung? Ein „Symptom“ bekommt man nicht durch Richtersprüche aus der Welt oder auch nicht durch Vulgärrationalismus.

Ein Symptom ist verflochten mit einem Kontext; das direkte Angehen eines Symptoms bringt (psychoanalytisch gedacht) in der Regel nichts. Und zu dem hier zu verhandelnden „Symptom“ gehört doch auch, dass es bei Semiten auftaucht. Gegen die einen gab es Kreuzzüge, gegen die anderen den Versuch der Vernichtung mitten in Europa. Entgleiste Grausamkeit, Gewalttätigkeit. Und gerechtfertigt wurde das z.T. mit deren Unmenschlichkeit, Minderwertigkeit, Grausamkeit.

[…]

Ich halte die Beschneidung nicht für notwendig. Für notwendig halte ich die kulturelle, gesellschaftliche Auseinandersetzung damit, was meinem Erkenntnisstand nach vermutlich durch Beschneidung symbolisiert wird.

[…]

Machen sich Muslime und Juden „festlich brutal“ über ihren Nachwuchs her? Wollten Sie das sagen? Dann würde ich sagen, dass mir dererlei „Argumente“ bekannt vorkommen.

Pro hin, Kontra her, es wäre zu wünschen, dass alle “Beteiligten” und damit vor allem auch die “offiziellen Medien” sich des Themas mehr auf solch konstruktive Art und Weise annehmen würden wie es die oben Zitierten tun.