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Immer wieder lesenswert

Vorab sei gesagt: Ich hab’s wirklich versucht, mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich den Inhalt des besagten Buches am besten hätte zusammenfassen können. Zum Schluss meiner Überlegungen blieb dann aber doch nur der im Grunde alles andere als resignierende Griff ins Regal. In der Einleitung (Untertitel: “Die Wahrheit ist unteilbar”) fanden sich dann nach sehr, sehr kurzem Blättern folgende Abschnitts-Schnipsel:

Kann man an die Existenz oder gar an die tätige Anwesenheit eines Gottes in einem Universum glauben, das sich nach einigen Jahrhunderten naturwissenschaftlicher Forschung unserem Verstand als erklärbar zu präsentieren begonnen hat? Diese einfache, aber alles entscheidende Frage bildet den Hintergrund dieses Buches.

Es ist in der Überzeugung geschrieben, dass die Verbindung religiöser und wissenschaftlicher Aussagen über die Welt zu einem einheitlichen Weltbild heute möglich geworden ist. In der Überzeugung, dass sie nicht nur möglich, sondern auch dringend notwendig ist, wenn der Schwund der Glaubwürdigkeit, dem die religiôse Verkündung heute in der breiten Öffentlichkeit ausgesetzt ist, nicht weiter fortschreiten soll.

Im Zentrum der Darstellung steht das weit über den Spezialfall der Biologie hinaus geltende, für die gesamte heutige Naturwissenschaft grundlegende Konzept der Evolution. Bemerkenswerterweise liefert gerade dieses geistige Konzept einen entscheidenden Schlüssel zu einem besseren, in mancher Hinsicht ganz neuen Verständnis uralter theologischer Aussagen, bis hin zu der Behauptung von der Realität einer jenseitigen Wirklichkeit. Dieser Gedanke war der entscheidende Anstoß zur Entstehung dieses Buchs, das unter diesen Umständen mit einer relativ ausführlichen Darstellung des modernen Evolutionsbegriffs beginnt.

Gut zwei Jahrzehnte vor Dawkins Streitschrift “Der Gotteswahn” schneidet der oben zitierte Autor schon das gleiche Thema an. Ob Dawkins das Buch wohl kennt? Gute Frage! Falls nicht, so sei ihm ernshaft angeraten, dies umgehend nachzuholen. allein schon deshalb, weil es ihm die Gelegenheit böte, seinen positivistisch verklemmten Horizont zu erweitern:

Hoimar von Ditfurth, “Wir sind nicht nur von dieser Welt”, Verlag Hoffmann und Campe, leider nicht mehr im regulären Buchhandel erhältlich.

Übernatürliche Phänomene?

Nun mögen das ja Erscheinungen oder Geschehnisse sein, die wir uns rational nicht erklären können. Und es macht dabei im Übrigen keinen Unterschied, ob’s nun um kollektive (theologisch und esoterisch inspirierte) oder individuelle “Überzeugungen” und “Weltbilder” geht – ganz abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei vielen dieser “Visionen” und “Erlebnisse” nur um “Ausgeburten” der menschlichen Phantasie und um Wunschdenken handelt. Das ist nicht der Punkt.

Der Punkt liegt im Begriff selbst: übernatürlich. Was, bitte schön, soll man darunter eigentlich verstehen? Ist die Unfähigkeit, Dinge rational erklären zu können schon eine ernsthafte Grundlage für die Behauptung, sie stünden über der Natur und dem Wesen jener Welt, die uns hervorgebracht hat und in der wir existieren?

Bullshit.

Ironischerweise wird selbst in wissenschaftlichen und philosophischen Kreisen allgemein anerkannt, dass wir nur einen winzigen Ausschnitt der uns umgebenden Realität wahrnehmen können. Mehr noch: es ist eine Binsenweisheit. Obwohl oder gerade weil das nun wirklich keine bahnbrechende Neuigkeit ist, stellt sich die Frage, warum dieser erwiesene Sachverhalt in der ganzen polemisch geführten Auseinandersetzung zwischen Theisten und Atheisten so gut wie keine Rolle spielt. In den mir bekannten Aussagen bekennender Atheisten und in den meisten der (wenigen aber guten) von mir verschlungenen populärwissenschaftlichen Werken, die ein positivistisches Weltbild vertreten, kommt dieser Aspekt wenig oder gar nicht zur Sprache. Und, was noch viel merkwürdiger ist: die Theologen scheinen sich nicht wirklich über die Tatsache im Klaren zu sein, das da jenes Bollwerk positivistischer Argumentation eine nicht unbedeutende Schwachstelle aufzuweisen hat. Sehr seltsam, das Ganze, oder? Dabei böte das doch die Chance zu einem wirklichen Dialog, bei dem unter anderem Begriffe wie “Jenseits” und “Transzendenz” eine ganz neue Bedeutung erhalten könnten.

Eins ist schon mal klar: beide Seiten würden Federn lassen müssen, mit denen sie sich bis dato so gerne schmücken.

Über Wellen und den Tod

Die Frage ist, was ich von meinem ganzen Glauben habe, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, wenn eben genau das nicht stimmt. Dazu hat mir eines der Trostpflaster Yalom´s gut gefallen.

Ich nenne es das Wellenkonstrukt.

Es geht davon aus, dass wir nach unserem Tod, zumindest für einige Zeit, deren Dauer wiederum von niemandem im voraus einzuschätzen ist, durch die Taten, Gedanken, Gespräche u.ä.m. unseres vorherigen Lebens weiter wirken bzw. weiter wirksam sind. Wie stark wir wirken oder wo wir alles wirken können wir einfach nicht ermessen, aber ich kann es mir mittels des Bildes vom Steinwurf, der im Wasser Ringe nach sich zieht, verbildlichen und mir damit eine Vorstellung von diesem Wellenkonstrukt entwickeln.

Von “Wellenkonstrukt” zu reden, klingt meiner Meinung nach ein wenig überzogen. Ist aber trotzdem ganz lesenswert. Hier geht’s weiter:

http://kopfzwinkern.wordpress.com/2009/03/03/die-welle/