Arquivo da tag: Deutsche Sprache

Hallo Sie!

Der große Vorteil der deutschen Sprache ist das Siezen. Sie wissen gar nicht, wie gut Sie es haben. Geben Sie das nicht auf. Lassen Sie sich das nicht nehmen. Es zeugt von Respekt. Distanz. Zurückhaltung. Eleganz. Understatement. Und das Beste ist: Sie können viel eleganter Nein sagen, als wenn jemand über die aufgesetzte angelsächsische Kumpelschiene kommt.

Da motzt zwar einer nur über sich “heranwanzende Vorgesetzte”, aber …

Und mit Vous, Lei und Usted scheint´s nicht viel anders zu sein; das sehen so manche Franzosen, Italiener und Spanier wohl ähnlich …

Dann schon eher zum Psychiater …

Es kann ja grundsätzlich nicht falsch sein, über Sprachentwicklungen nachzudenken. Zumal die Zeit fließt und die Sprache in ihr es auch tun sollte. Aber ist es sinnvoll, das Kind mit dem Bade auszuschütten (vgl. hier oder hier)? Wenn sich jemand von einem Drucker diskriminiert fühlt, sollte er keinen Linguisten bemühen, sondern eher einen Psychiater oder wahlweise einen VHS-Kurs für Computertechnik.Und warum sollten aus dem Englischen entlehnte Wörter, Computer etwa, verballhornt werden? Und soll der Plural von “Wort” ab jetzt Wörta heißen, weil das “er” diskriminierend wäre? Und aus gleichem Grund heißt das Wort nun Diskriminiaung? Und ist Mutta die entdiskriminiate Form von Vata?

Unerhörte Worte!

Fachtermini

Fachtermini müssen sein. Sie fördern das Ego und schaffen oft sogar strategische Vorteile. Jeder Privatarzt, der die sowieso schon überhöhte Rechnung für den ahnungslosen Patienten pimpen will, weiß das. Jeder Gasetagenheizungswarter, der noch ein Ersatzteil mehr auf die sowieso schon lange Liste setzen will, weiß das auch. Jeder sadistische Bezirksamtsbürokrat erst recht. Jeder Marketingwichser. Jeder Automechaniker. Baumarktmitarbeiter. Sternekoch. Banker. Alle ballern mit Fachsprache um sich, dass es eine wahre Freude ist. Je mehr desto klug. Und je dümmer der Kunde desto Kohle weg. Binse. Eine bekannte.

via kiezneurotiker

Interpretationshilfe

So, nachdem der Koalitionsvertrag nun steht, dürfte der Schinken ja jetzt auch der SPD-Basis zugänglich sein. Ob die Genossen damit klar kommen, ist allerdings fraglich. Es sei nämlich vermutet, dass diejenigen, die ihn tatsächlich lesen oder es zumindest versuchen, damit ihre liebe Mühe haben. Auch wegen seines Inhaltes, aber wohl vor allem wegen möglicher Bandwurmsätze, Fachbegriffe oder sonstiger Stilblüten. Kapiert das Einer? Na, ob dem so ist, wurde bereits von Kommunikations-Wissenschaftlern mittels einer Software untersucht. Das Ergebnis? Raten Sie mal!.

Liebe SPD’ler, nur nicht verzagen – dem Werke lässt sich auch anders zu Leibe rücken. Vorschlag zur Güte:

(1) Man picke sich eine Rosine heraus, mit Vorliebe einen langen Satz mit markigen Schlüsselwörtern und berücksichtige bei der Auswahl einen Schwerpunkt, dessen Thematik über Parteigrenzen hinweg eine bedeutende Rolle spielt. Man lese ihn aufmerksam und kehre für einen Moment in sich.

(2) Man fasse das so eben Erfahrene in möglichst knappen Worten zusammen.

Also (Beispiel):

(1) “Wir werden als eine zentrale steuerpolitische Aufgabe den Kampf gegen grenzüberschreitende Gewinnverlagerungen international operierender Unternehmen entschlossen vorantreiben, uns für umfassende Transparenz zwischen den Steuerverwaltungen einsetzen und gegen schädlichen Steuerwettbewerb vorgehen.”

(2) Ein bisschen Spaß muss sein. Auch im Koalitionsvertrag.

Wer sagt’s denn?! Geht doch!

Weitere Interpretationshilfen verschiedenster Art finden Sie übrigens hier.

A Aura das Palavras

A palavra possui uma aura que consiste em sua imagem escrita,
em sua sonoridade, e nas associações que ela cria dentro de nós.
Quanto mais importante e mais usual esta palavra é,
mais intensa e marcante se torna a sua aura.
Quem a destrói, está destruindo algo dentro de nós,
está tocando nos recônditos do nosso inconsciente.

Das Wort besitzt eine Aura, die aus seinem Schriftbild,
seinem Klang und den Assoziationen besteht, die es in uns hervorruft,
und je wichtiger und gebräuchlicher ein Wort ist,
desto intensiver und prägender ist diese Aura.
Wer sie zerstört, der zerstört etwas in uns,
er tastet den Fundus unseres Unbewußten an.

Reiner Kunze, “Die Aura der Wörter”, Radius Verlag Stuttgart (2004)
Tradução: Peter Hilgeland

Heinz Stein: Illustration zu dem Gedicht "Von der Inspiration" (reiner-kunze.com)

Illustration: Heinz Stein (reiner-kunze.com)

Unentschieden

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figurenbrut.blogger.de

Superbe! (Nix für Twitter!)

Das Substantiv
ist primitiv.

Das Verb dagegen
ist superbe.