Arquivo da tag: Drogen

Genug Geld haben

Haben Sie schon einmal einen Drogensüchtigen gesehen, dem der Stoff ausgegangen ist? Er bewegt Himmel und Hölle, er würde 20 Meilen zu Fuß gehen oder einer Großmutter ihr Gespartes abnehmen, um schnellst möglich an den nächsten Schuss zu kommen. Die Wall Street funktioniert genauso. Die Monate vor der Auszahlung der Boni haben viel gemein mit der Nachbarschaft im Film ‘The Wire’, als den Leuten das Heroin ausgegangen ist und sie einen neuen Schuss brauchen.

Wer das sagt, ist kein verwirrter Soziologe und schon gar kein böser Kommunist, sondern jemand, der es als Hedge-Fonds-Trader zu einem ansehnlichen Vermögen “brachte”. Was natürlich seinen Preis hatte: Zunächst hielt er sich mit Alkohol unter Strom, dann stieg er auf andere “leistungsfördernde Substanzen” um. Als auch das nicht mehr zu Genüge knallte, half nur noch der ultimative Fix:

Die Kohle an sich.

Bis er die Schnauze voll hatte und nüchtern wurde:

The first year was really hard. I went through what I can only describe as withdrawal — waking up at nights panicked about running out of money, scouring the headlines to see which of my old co-workers had gotten promoted.

“Der hat gut reden”, höre ich jetzt einige von Euch murmeln. “Geld hat er wohl trotzdem noch genug”. Keine Frage, aber wenn es nur darum ginge, hätte ich mir dieses Post auch sparen können.

Genug Geld zu haben ist halt etwas anderes als immer mehr davon haben zu wollen, vor allem dann, wenn man schon genug davon hat.

Dianetisches Zäpfchen

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht mit Fakten und Wahrheiten die verheerenden Wirkungen von Drogen bekannt zu machen und auch aufzuzeigen wie “legale” Drogen immer mehr in die Gesellschaft bewusst eingeführt werden.

Das ist aber nett. Und so engagiert. Und so nützlich. Vor allem dann, wenn man dabei gleich seinen eigenen Stoff dezent in den medialen Anus einführen – äh, pardon – unter die Leute bringen kann.

Rauchen macht schlank? Yo!

Nun hat Nikotin ja nun doch schon eine Appetit hemmende Wirkung und wer aufhört, diesen Stoff zu konsumieren, verspürt mehr Lust auf Essen – keine Frage.

Man sollte sich deshalb schon vor dem Ausdrücken der letzten Zigarette im Klaren darüber sein, dass der Entzug des Störenfriedes den Stoffwechsel “aufmischt”; der Körper macht eine zwar drastische, aber ausgesprochen belebende Umstellung durch. Sie wirkt sich schon nach wenigen Tagen eben nicht nur auf den Geschmacks- und Geruchssinn aus, sondern auch auf alle Prozesse, die mit der körperlichen “Verwertung” von Nahrung verbunden sind.

Da die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, während des Entzuges an Gewicht zuzulegen, ist es (mal wieder) wichtig, mit welcher inneren Einstellung man an die “Sache” herangeht. (Klingt banal, ist aber so!). Man sollte sich also schon vor dem Ausdrücken der letzten Kippe Gedanken über seine Ernährung machen und das “Aufhören” auch als Chance begreifen, die “Nahrungsaufnahme” in einem neuen Licht zu sehen. Eben nicht als Ersatz für Nikotin (das machen so einige, die der Kippe nachtrauern), sondern als Gewinn an Lebensqualität: Essen ist ein Genuss, wenn man es mit allen “beteiligten” Sinnen tut, anstatt damit einfach nur Frust abbauen zu wollen.

Rauchen macht schlank? Von wegen: sehe jeden Tag übergewichtige Personen auf der Strasse, die an der Kippe ziehen. Möchte nicht wissen, wie viele von denen auch deshalb nicht aufhören, weil sie Angst haben, sie würden “ohne” erst recht aufgehen wie ein Puffelskuchen. Hier gehen falsches Ernährungsverhalten und Nikotinsucht eine unheilvolle Allianz ein.

Als ob Fresserei ohne Sinn(e) nur ein Problem von Ex-Rauchern wäre …

“Zero Tolerance” auf Brasilianisch

Von Glauco Cortez
Übersetzung: Peter Hilgeland

Nach fast 20 Jahren Regierungsverantwortung der PSDB im brasilianischen Bundesstaat São Paulo steigt die Anzahl der Morde weiterhin an. Es ist das Ergebnis eines urbanen Krieges zwischen der Polícia Militar und organisierten Drogenbanden. Man bedenke: Die Generation derjenigen, die heute gezielt Polizisten töten, wurde also zu einer Zeit geboren, in der die PSDB dort an die Macht kam.

Gouverneur Geraldo Alkmin ist als eines ihrer medialen Aushängeschilder für eine politische Ausrichtung mitverantwortlich, deren praktische Umsetzung von seiner Partei in São Paulo vorangetrieben wird. “Wir werden die Banditen mit Härte bekämpfen, sie werden uns nicht einschüchtern, Banditen gehören in den Knast.” So oder ähnlich pflegt er sich wöchentlich in den Medien zu äußern.

Dementsprechend gestaltet sich auch die Sicherheitspolitik seiner Regierung. Der Hardliner-Diskurs würde wohl noch besser greifen, wenn es möglich wäre, Elemente des Rechtsstaates zu verwässern und der Polícia Militar dadurch einen Freibrief zum Töten auszustellen. Für manche in Alckmins Partei wäre dies wohl ein akzeptabler Weg, um Gewalt erfolgreich zu bekämpfen. Nicht von ungefähr nominierte die PSDB Kandidaten für die vor kurzem gelaufenen Kommunalwahlen, deren Motto klarer nicht sein könnte: “Nur ein toter Bandit ist ein guter Bandit.”

Angesichts der Tatsache, dass ein weiterhin rigides Vorgehen wenig Aussicht auf Erfolg zu haben scheint und darüber hinaus die Rückkehr zu einer Politik jenes Staatsterrors einleitet, wie er noch aus den Zeiten der Diktatur bekannt ist, manövriert sich Alckmins Partei hier in eine bedenkliche Lage. Dabei ist es offensichtlich, dass die “Strategie” der PSDB nicht greift. Die Situation hat sich nämlich in den fast zwanzig Jahren ihrer Regierung nur verschlechtert. Was ihr noch bleibt, ist das Schönreden von Gewaltstatistiken.

Der Polizei sei also empfohlen, weniger Gebrauch von der Schusswaffe zu machen und sich stattdessen mehr auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen. Die von der PSDB geführte Regierung handelte den Beamten nämlich einen ziemlich perversen, urbanen Krieg ein. Als Uniformierte haben sie es in den Städten mit nicht uniformierten, organisierten Kriminellen zu tun und werden dadurch zu einem leichten Ziel für Gewalt.

Dabei geht es nicht nur um die rechtspopulistischen Sprüche so mancher Konservativer, auch nicht so sehr um politische Unfähigkeit und Ignoranz, sondern vor allem um das wässrige, gescheiterte Konzept, die Bekämpfung des Drogenkonsums zu einer reinen Polizeiangelegenheit zu machen. [Ganz abgesehen von den Spezialkommandos, die unter anderem für die sogenannte “Crowd and Riot Control” zuständig sind]. – Es ist an der Zeit, dass endlich alternative Modelle zur Eindämmung dieses Problems in der brasilianischen Öffentlichkeit zur Sprache gebracht werden.

Quelle: Alexandre Vieira (flickr.com)

Wie viele Drogentote machten eigentlich in den letzten 10 Jahren Schlagzeilen? Ich erinnere mich noch an Cássia Eller, das war 2001, sonst aber an niemanden. Im Gegensatz dazu sei gefragt: Wie viele Menschen sind eigentlich nur in dieser Woche an den Folgen eines verdeckten Bürgerkrieges gestorben? Dutzende? Vielleicht sogar hunderte? Eine öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Problem ist dringend erforderlich, ohne Vorurteile, ohne Mystifizierung und ohne Tabus. Ein Festhalten an diesem Krieg ist nicht tragbar. Die Polizeiangehörigen und deren Familien haben es nicht verdient, in bürgerkriegsähnliche Zustände hineingezogen zu werden.

Räumung des Viertels Pinheirinho, Januar 2012. – (Quelle nicht bekannt)

Weshalb kapieren diese [selbsternannten] Genies von der PSDB eigentlich nicht, dass es um gerechte Einkommensverteilung geht, dass in die städtischen Randgebiete investiert werden muss und dass die öffentlichen Schulen dringend mehr finanzielle Mittel benötigen?

Die Zwangsräumung des Viertels Pinheirino mag einen Eindruck dessen vermitteln, was da noch so von der PSDB [und anderen Parteien] unter “Sicherheitspolitik” verstanden werden könnte, nämlich – wie in diesem Fall – die [sehr kurzfristig angekündigte] Vertreibung armer Teile der Bevölkerung aus ihren Behausungen [das weitläufige, verlassene Gelände wurde seit 2004 von obdachlosen Familien besetzt], um es einem Spekulanten zugänglich machen zu können.

Wer arm ist, gilt nun mal als potentieller Verbrecher …

Während all dieser Jahre war die PSDB nicht dazu in der Lage [oder nicht willens?], staatliche Strukturen zu schaffen, die beispielsweise ihren Teil dazu hätten beitragen können, die wahren Ursachen für die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen durch Drogenbanden einzudämmen.

Solange es keine umfangreiche Bildungs- und Sozialpolitik gibt und solange keine wirklich sachliche Auseinandersetzung über Drogen statt findet, ist ein Ende dieses Krieges nicht absehbar.

Glauco Cortez ist Sozialwissenschaftler, Journalist und Autor mehrerer Sachbücher.

Dampf ab!

Und dann ist ihm der Kragen geplatzt: “Ich kann es nicht mehr hören. Die Scheiße. Diese ganze Scheiße. Von denen, die drauf sind. Egal auf was. Scheiß Säufer. Scheiß Pillenfresser. Was die tun. Was die reden. Das ewige Jammern. Das Instrumentalisieren. Um an Nachschub zu kommen. Natürlich. Was denn sonst. Weiter reicht der Horizont ja nicht. Auch wenn sie über Gott und die Welt quatschen. Jammern. Besser gesagt. Wegmachen. Darum gehts doch immer. Die ganze Scheiße. Die Gewalt. Die Kacke. Die Idioten. Trau keinem, der drauf ist. Und nimm nichts von dem Ernst, was er sagt. Ist eh alles gelogen. Oder Schwachsinn. Die wollen Sprit. Stoff. Darum dreht es sich. Dafür tun die alles. Idioten. Vollidioten. Nur saufen, saufen, saufen, saufen. Oder Stoff, Stoff, Stoff. Scheißegal. So ist es doch. Arschlöcher.”

Cut, so ist es.

Tea For Real

Sie sind Teetrinker und leben in Brasilien? Da haben Sie sich ja was eingebrüht! Vor allem dann, wenn Sie weder auf Kräutertees, noch auf Mate abfahren und dazu auf dem Land wohnen. Aber selbst in den Metropolen ist die Beschaffung von gutem schwarzen Tee – um den geht’s hier nämlich – ein heikles Unterfangen.

Nicht, dass der Verkauf und Konsum dieser stimulierenden Droge in einem ausgewiesenem Kaffeeland wie diesem illegal wäre … Obwohl: die Kurse einer auch hier ansässigen, auf diesen Stoff spezialisierten Ladenkette mit Hauptsitz in Deutschland erwecken schon den Eindruck, man habe es mit Dealern zu tun, die gnadenlos fast jeden Preis für ein Tütchen Darjeeling verlangen. Es kann also zu einer erniedrigenden Erfahrung werden, eine dieser Filialen in einer Stadt wie São Paulo aufzusuchen, sich mit dem fast arroganten Verhalten so mancher Verkäufer auseinander zu setzen und sich wie ein mittelloser Junkie zu fühlen auf seiner Suche nach jenem Kraut, das – mit kochendem Wasser aufgebrüht – jenes begehrenswerte Getränk hervorzaubert, welches jedwede Art geistiger Aktivität auf anregende Art und Weise begleitet.

Shame on you Americans! Wie kann man dieses Gold nur im Hafen versenken und sogar noch stolz darauf sein?

Wie dem auch sei. Lassen Sie trotzdem nicht den Kopf hängen, sondern vertrauen sie Ihrem Instinkt. Vergeschwendern Sie nicht Ihr Geld! Denken Sie um! Wer suchet, der findet! Die Alternative ist eine englische Marke, die – obwohl sie ihren Stoff hier nur in Tüten verkauft – von sich zu Recht in Anspruch nehmen kann, die einizge hierzulande zu sein, deren Produkt dem Geschmack von lose aufgebrühten Darjeeling-Blättern zumindest ansatzweise entspricht.

Besagtes Label, welches seinen – hm – Darjeeling in violetter Verpackung auch in Deutschland vertreibt, mag eben dort bei Tea-Freaks kaum Beachtung finden. Von meiner Wenigkeit wurde sie zumindest geflissentlich ignoriert, als ich noch … sie wissen schon.

Dabei ist das Zeug wirklich nicht so schlecht.

Considering the fact, dass es sich um tea bags handelt.


Update (02.08.2013)

Besagtes Zeug ist leider schon seit einiger Zeit nicht mehr in den Märkten zu finden. Verstehe einer, weshalb die oben erwähnte englische Marke ausgerechnet ihre violette Verpackung aus diesen Breiten verbannt haben könnte. Andersfarbige Schächtelchen derselben sind nämlich noch da – also der ganze übliche Mist, das übliche Klischee. Na, dann kauft mal schön, Ihr Spacken.

Earl Grey my ass!

Angesammelt

Kenn Dein Limit!

Was solche “Aktionswochen” bewirken können, sei mal dahingestellt. Malt man sich aber nur für einen Augenblick aus, wie viele leere Pullen bundesweit jeden Tag allein in die Container wandern, dann scheint sich die Frage zu erübrigen, welches Rauschmittel sich nach wie vor bester Beliebtheit erfreut, für glänzende Umsätze sorgt und dessen exzessiver Konsum nur zu oft ein Verhalten herbeiführt, das sich in Form von Gewaltdelikten und Verkehrsunfällen in den Statistiken niederschlägt.