Arquivo da tag: Homo Historicus

Nur versandet

Wenn ich so mitbekomme, dass Weblogs, deren Leser ich war, plötzlich versanden oder im Delete verschwinden, dann kann ich das Versanden zwar verstehen, das Delete aber nicht. Meiner ist ja auch versandet. Seit gut einem Jahr. Aber löschen? Weshalb? Selbst als Blogger mit wenig Audienz, was nun mal zutrifft, würde mir das nicht einfallen. Es ist so wie mit alten Büchern, Notizen, Briefen oder von mir aus auch mit Abzügen analoger Negative, egal welcher Qualität. Man wirft sie nicht leichtfertig ins Feuer.

Hätte ich das getan, so würde ich es heute bereuen.

Volta obscura ao Século XX

Uma porta velha de madeira se abre e o visitante entra num quarto que parece ser de alguém dedicado a estudos e pesquisa. É um lugar desarrumado, repleto de livros com diagramas científicos, ensaios sobre fenômenos sobrenaturais e rascunhos feitos a mão. A cena é iluminada somente por lâmpadas fracas. Era como se o habitante tivesse saído recentemente. O visitante é convidado a sentar-se à mesa e folhear nos livros, vivenciar um cenário analógico …

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Os movimentos do visitante disparam faixas de sons perturbantes e misteriosas; cada canto da instalação abre um universo paralelo, cada um deles disparando uma voz ou um som diferente, embora narrando um conto só: o de um misterioso abismo, um tal de Dark Pool. Mas nem mesmo aquela maquete do lago escuro, instalada numa velha mala, consegue desvendar o mistério …

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“Dark Pool” – Janet Cardiff, George Bures Miller, 1995

Ständehaus K21 - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Ständehaus K21 – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Falls es jemanden interessieren sollte …

… was gerade wirklich in Brasilien abläuft, dem sei der unten verlinkte Artikel empfohlen. Eine ganz gute Zusammenfassung, die auf die Hintergründe der aktuellen politischen Krise und damit auch auf das gerade angelaufene Verfahren zur Amtsenthebung der Präsidentin eingeht. Lohnenswerte Lektüre.

Zum Artikel

Apropos Rio

In Rio gibt es viele historische Stätten aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, die verwahrlost und nicht gerade einfach auszumachen sind; also solche, die an eine Zeit erinnern, in der aus der einstigen Kolonie Portugals ein unabhängiger Staat wurde. Auf den damals größten Handelsposten des amerikanischen Kontinents für afrikanische Sklaven weist allerdings überhaupt nichts mehr hin. Der Mercado do Valongo verschwand genauso aus dem Stadbild wie von der Karte, ohne Spuren zu hinterlassen. Als ob er nie existiert hätte, wird er nicht nur auf Stadtführern konsequent ignoriert. Und die Rua do Valongo, in der er stand, gibt es heute auch nicht mehr. Sie wurde in Rua do Camerino umbenannt.

Scheint so, als ob die Stadt dieses Warenhaus für Sklaven ein für alle Male vergessen und mit dem Verschwinden dieses Schandflecks auch ein Stück brasilianischer Geschichte vom Erdboden vertilgen wollte.

Aus den Augen, aus dem Sinn.

Ganz in der Nähe steht heute übrigens das Sambódromo. Und das kennt jeder. So wie die Olympiade. Dauert ja nicht mehr lang …

Sprach-Welt

Sprache ist einerseits beherrschende Konvention, andererseits unser eigenster Besitz. Sie ist das Produkt kollektiver Geschichte, und dennoch trägt jeder seine eigene Vorstellung zu jedem Wort, jeder sein eigenes, in persönlicher Geschichte verankertes Verhältnis zu den Namen der Dinge in sich, auch wenn die Eigenart dieses Verhältnisses nur sehr selten artikuliert wird und unter der verhärteten Schicht der Verständigungsfunktion in unterschiedlich tiefem Schlummer liegt. Jede Begegnung mit Fremdsprache ist eine Herausforderung dieser Sprach-Welt, der persönlichen wie der kollektiven, wobei allerdings letztere durch die schlichte Notwendigkeit eines Konsenses weniger betroffen ist.

Esther Kinsky