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“Zero Tolerance” auf Brasilianisch

Von Glauco Cortez
Übersetzung: Peter Hilgeland

Nach fast 20 Jahren Regierungsverantwortung der PSDB im brasilianischen Bundesstaat São Paulo steigt die Anzahl der Morde weiterhin an. Es ist das Ergebnis eines urbanen Krieges zwischen der Polícia Militar und organisierten Drogenbanden. Man bedenke: Die Generation derjenigen, die heute gezielt Polizisten töten, wurde also zu einer Zeit geboren, in der die PSDB dort an die Macht kam.

Gouverneur Geraldo Alkmin ist als eines ihrer medialen Aushängeschilder für eine politische Ausrichtung mitverantwortlich, deren praktische Umsetzung von seiner Partei in São Paulo vorangetrieben wird. “Wir werden die Banditen mit Härte bekämpfen, sie werden uns nicht einschüchtern, Banditen gehören in den Knast.” So oder ähnlich pflegt er sich wöchentlich in den Medien zu äußern.

Dementsprechend gestaltet sich auch die Sicherheitspolitik seiner Regierung. Der Hardliner-Diskurs würde wohl noch besser greifen, wenn es möglich wäre, Elemente des Rechtsstaates zu verwässern und der Polícia Militar dadurch einen Freibrief zum Töten auszustellen. Für manche in Alckmins Partei wäre dies wohl ein akzeptabler Weg, um Gewalt erfolgreich zu bekämpfen. Nicht von ungefähr nominierte die PSDB Kandidaten für die vor kurzem gelaufenen Kommunalwahlen, deren Motto klarer nicht sein könnte: “Nur ein toter Bandit ist ein guter Bandit.”

Angesichts der Tatsache, dass ein weiterhin rigides Vorgehen wenig Aussicht auf Erfolg zu haben scheint und darüber hinaus die Rückkehr zu einer Politik jenes Staatsterrors einleitet, wie er noch aus den Zeiten der Diktatur bekannt ist, manövriert sich Alckmins Partei hier in eine bedenkliche Lage. Dabei ist es offensichtlich, dass die “Strategie” der PSDB nicht greift. Die Situation hat sich nämlich in den fast zwanzig Jahren ihrer Regierung nur verschlechtert. Was ihr noch bleibt, ist das Schönreden von Gewaltstatistiken.

Der Polizei sei also empfohlen, weniger Gebrauch von der Schusswaffe zu machen und sich stattdessen mehr auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen. Die von der PSDB geführte Regierung handelte den Beamten nämlich einen ziemlich perversen, urbanen Krieg ein. Als Uniformierte haben sie es in den Städten mit nicht uniformierten, organisierten Kriminellen zu tun und werden dadurch zu einem leichten Ziel für Gewalt.

Dabei geht es nicht nur um die rechtspopulistischen Sprüche so mancher Konservativer, auch nicht so sehr um politische Unfähigkeit und Ignoranz, sondern vor allem um das wässrige, gescheiterte Konzept, die Bekämpfung des Drogenkonsums zu einer reinen Polizeiangelegenheit zu machen. [Ganz abgesehen von den Spezialkommandos, die unter anderem für die sogenannte “Crowd and Riot Control” zuständig sind]. – Es ist an der Zeit, dass endlich alternative Modelle zur Eindämmung dieses Problems in der brasilianischen Öffentlichkeit zur Sprache gebracht werden.

Quelle: Alexandre Vieira (flickr.com)

Wie viele Drogentote machten eigentlich in den letzten 10 Jahren Schlagzeilen? Ich erinnere mich noch an Cássia Eller, das war 2001, sonst aber an niemanden. Im Gegensatz dazu sei gefragt: Wie viele Menschen sind eigentlich nur in dieser Woche an den Folgen eines verdeckten Bürgerkrieges gestorben? Dutzende? Vielleicht sogar hunderte? Eine öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Problem ist dringend erforderlich, ohne Vorurteile, ohne Mystifizierung und ohne Tabus. Ein Festhalten an diesem Krieg ist nicht tragbar. Die Polizeiangehörigen und deren Familien haben es nicht verdient, in bürgerkriegsähnliche Zustände hineingezogen zu werden.

Räumung des Viertels Pinheirinho, Januar 2012. – (Quelle nicht bekannt)

Weshalb kapieren diese [selbsternannten] Genies von der PSDB eigentlich nicht, dass es um gerechte Einkommensverteilung geht, dass in die städtischen Randgebiete investiert werden muss und dass die öffentlichen Schulen dringend mehr finanzielle Mittel benötigen?

Die Zwangsräumung des Viertels Pinheirino mag einen Eindruck dessen vermitteln, was da noch so von der PSDB [und anderen Parteien] unter “Sicherheitspolitik” verstanden werden könnte, nämlich – wie in diesem Fall – die [sehr kurzfristig angekündigte] Vertreibung armer Teile der Bevölkerung aus ihren Behausungen [das weitläufige, verlassene Gelände wurde seit 2004 von obdachlosen Familien besetzt], um es einem Spekulanten zugänglich machen zu können.

Wer arm ist, gilt nun mal als potentieller Verbrecher …

Während all dieser Jahre war die PSDB nicht dazu in der Lage [oder nicht willens?], staatliche Strukturen zu schaffen, die beispielsweise ihren Teil dazu hätten beitragen können, die wahren Ursachen für die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen durch Drogenbanden einzudämmen.

Solange es keine umfangreiche Bildungs- und Sozialpolitik gibt und solange keine wirklich sachliche Auseinandersetzung über Drogen statt findet, ist ein Ende dieses Krieges nicht absehbar.

Glauco Cortez ist Sozialwissenschaftler, Journalist und Autor mehrerer Sachbücher.

Árvores na neve

Pois somos como troncos de árvores na neve.
Como parece, apenas estão deitados na superfície escorregadia,
e um pequeno empurrão deveria deslocá-los.
Não, não é possível fazer isso porque eles estão firmemente unidos a terra.
Mas, veja, até isto é mera aparência.

Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee.
Scheinbar liegen sie glatt auf,
und mit einem kleinen Anstoß sollte man sie wegschieben können.
Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden.
Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar.

Franz Kafka, “Die Bäume”
Aus: “Die Erzählungen – Originalfassung”, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH
Tradução: Peter Hilgeland

An der Kurve einer Straße

Von Glauco Cortez
Übersetzung: Peter Hilgeland

War ich ein Teil des Ganzen oder nur ein Beobachter? Es war bei Nacht, an einem Abschnitt jener Straße, die mir genauso bekannt wie fremd vorkam, an einem Stück Kurve aus plattgewalzter Erde.

Bewirtschaftete Felder auf beiden Seiten, wahrscheinlich Kaffee.

An der Kurve hockte in einiger Entfernung zu meiner Linken eine junge Frau am Rande der Pflanzungen. Die Frau, mit glatten Haaren und heller Haut, hatte etwas gefunden, war mit etwas beschäftigt, Schmuck oder edles Metall, auffallend verführerisch im Scheinwerferlicht glänzend und blinkend.

Plötzlich erschien ein Mann auf der anderen Seite der Kurve, eher jung, wohl unter 30, dunkelhäutig, kahl. Sein makelloser Anzug leuchtete in violetten und rosafarbenen Tönen. Abwesenden Blickes und schwindsüchtigen Wesens, eine Metallkette in Händen haltend, kam er näher, sah, was geschah, wandte sich ab und verschwand zu meiner Rechten in der Dunkelheit.

Provérbios Alemães

A arrogância vem antes da queda.
Hochmut kommt vor dem Fall.

A confiança é boa, mas o controle é melhor.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

A velhice não protege da tolice.
Alter schützt vor Torheit nicht.

Ações em vez das palavras.
Taten statt Worte.

Amanhã, amanhã, mas não hoje, é o que todas as pessoas preguiçosas dizem.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.

As mentiras têm pernas curtas.
Lügen haben kurze Beine.

As vassouras novas varrem bem.
Neue Besen kehren gut.

Até uma galinha cega encontra um grão de vez em quando.
Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.

Com tais amigos, ninguém necessita de inimigos.
Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde.

Deve-se forjar o ferro enquanto estiver quente.
Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist.

Língua alemã, língua difícil.
Deutsche Sprache, schwere Sprache.

Na noite todos os gatos são cinzentos.
Bei Nacht sind alle Katzen grau.

Não se deve elogiar o dia antes da noite.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

O último é mordido pelos cães.
Den letzten beißen die Hunde.

Os fazendeiros mais burros colhem as batatas maiores.
Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln.

Outros países, outros costumes.
Andere Länder, andere Sitten.

Quando dois brigam, o terceiro se alegra.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Quatro olhos vêem mais que dois.
Vier Augen sehen mehr als zwei.

Quem não honra o centavo, não vale nenhum Táler.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Thalers nicht wert.

Tentar vale mais a pena do que estudar.
Probieren geht über studieren.

Todo começo é difícil.
Aller Anfang ist schwer.

Um desastre vem raramente sozinho.
Ein Unglück kommt selten allein.

Um homem – uma palavra, uma mulher – um dicionário.
Ein Mann – ein Wort, eine Frau – ein Wörterbuch.

O pardal na mão é melhor do que o pombo no telhado.
Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.

Uma andorinha ainda não faz o verão.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Continua!
Wird fortgesetzt!

Primeiro a grana, depois a caipirinha

Por Nicole Büsing e Heiko Klaas, Der Spiegel
Tradução, realizada para sp-arte : Peter Hilgeland

Crise? Mas que nada! Em São Paulo, na maior feira de arte da América Latina, os negócios vão de vento em popa – e de maneira bem racional. O mercado internacional cai de boca no modernismo brasileiro e até leva consigo a arte de rua do país.

Caipirinhas, mansões de luxo e loiras exuberantes de salto alto. A piscina é obrigatória e, é claro, com iluminação subaquática. Se estivéssemos no sul da Flórida, na época do boom da Art Basel Miami Beach, o resto da história seria óbvio. Após três drinques no máximo, os convidados continuariam a festa dentro da piscina. À certa altura, não haveria mais contenção e os tablóides obteriam sua história, seguindo o velho lema: esses organizadores de eventos artísticos são loucos.

Porém, em São Paulo, a maior cidade brasileira com mais de 11 milhões de habitantes, o cenário das artes se apresenta mais sóbrio, inclusive em suas festas de lançamento. Formas de comportamento afetado, tipo nouveau-riche, não são benquistas, algo que também se deve ao fato de que os bairros nobres e as favelas nem sempre estão tão distantes, como se imagina.

Pavilhão Da Bienal Ciccillo-Matarazzo

Interior do pavilhão Ciccillo-Matarazzo

No entanto, no pavilhão da Bienal, no parque do Ibirapuera – criado pelo arquiteto Oscar Niemeyer e considerado o maior pulmão verde da cidade -, o clima é de descontração. Alguns visitantes até desfilam de jogging na quinta feira de arte da SP Arte. Trata-se da maior e a mais importante feira da América Latina. Oitenta galerias, em sua maioria na América do Sul, mas também na França, na Espanha e em Portugal, exercem uma disciplina que recentemente não causou muita alegria aos organizadores da Europa e dos Estados Unidos: a venda de obras de arte em tempos da crise.

Mas, enquanto os números das vendas nas feiras de arte na Europa e nos Estados Unidos sofreram quedas significativas, constata-se um clima de garimpo ao sul do equador: colecionadores brasileiros e internacionais estão açambarcando as últimas peças vendáveis do modernismo brasileiro, cujas obras dos anos 50 aos 80 não precisam temer nenhuma comparação com obras da América do Norte e da Europa.

miraschendel1984untitledartnet

Mira Schendel, Sem Título, 1984

Até Jay Jopling, o dono de uma célebre galeria de Londres, visitou a feira espontaneamente, embora estivesse, na mesma data, expondo obras de sua galeria White Cube na feira de arte em Hong Kong.

E Sarina Tang, colecionadora, curadora e conselheira de arte de Nova Yorque, diz com propriedade: “Por muito tempo, a arte brasileira moderna foi marcada como arte do terceiro mundo. Parece que agora essa imagem está sendo corrigida num processo sumário.”

Tang, que nasceu em Xangai e cresceu em São Paulo, conhece bem os mercados em alta. Desde o início, ela acompanhou o desenvolvimento deste na China. Lá surgiu, praticamente do nada, uma cena contemporânea que, muitas vezes, seguiu a ordem do vendável e da caça ao efeito, e cujos preços subiram de forma exorbitante devido às atividades de especuladores e leilões.

Tang atesta à jovem cena brasileira um padrão maior de substância. “A arte contemporânea brasileira se serve de um vocabulário bem mais internacional e consistente do que a arte jovem da China ou da Rússia. Por causa disso, desejo a ela um público mais amplo.”

Fernanda Feitosa, a diretora da feira, expressa um ponto de vista semelhante. Ela também espera que a tendência seja menos extrema que na China. “É bem provável que, um dia, os preços também exacerbem aqui. Mas, a longo prazo, dinheiro demais no mercado não é bom. Seria melhor se pudessemos nos desenvolver passo a passo.”

Por que será que os especialistas consideram o Brasil um dos centros do modernismo internacional? Felipe Chaimovich, curador no Museu de Arte Moderna de São Paulo, esclarece o assunto:

Helio Oiticica, Grande Núcleo, 1960 (Fonte: Projeto Hélio Oiticica)

Helio Oiticica, Grande Núcleo, 1960 (Fonte: Projeto Hélio Oiticica)

“Nos anos 50, o Brasil se posicionou de uma forma completamente nova: como poder de liderança da América Latina e do terceiro mundo. Oscar Niemeyer realizou Brasilia, a nova capital, e a Bienal de São Paulo ganhou um nível de padrão internacional. Naquela época, artistas, como Lygia Clark ou Helio Oiticica, comecaram a produzir a arte neoconcreta que também foi reconhecida internacionalmente.”

Embora tenha sido um advento tardio, é exatamente esse tipo de arte que agora está sendo procurado por colecionadores e museus do mundo inteiro. As esculturas desdobráveis e frágeis de aço fino de Lygia Clark; os trabalhos delicados de papel de Mira Schendel; ou um biombo de Ivan Serpa, pintado com formas reduzidas e geométricas. Na SP Arte, tais obras são adquiríveis – no entanto, a preços que, em geral, estouram os orçamentos dos grandes museus internacionais.

Segundo Emma Lavigne, curadora do Centre Pompidou de Paris, isso coloca os museus numa posição de desvantagem. “Às vezes, leva de seis a sete meses, ou até um ano, para um museu como o Centre Pompidou aprovar uma aquisição, porque o processo passa por mais de uma instância. Já os colecionadores particulares podem reagir bem mais rápido.

Em cartaz na Art Basel: Arte de Rua de São Paulo

Porém, para quem acredita que a High Art dos museus seja um tema batido, terá sua recompensa em São Paulo mesmo assim. A arte do grafite, criativa e colorida, está surgindo em todos os cantos da cidade. Desde que o prefeito de São Paulo, Gilberto Kassab, proibiu os outdoors e as propagandas luminosas na paisagem urbana, há muito mais área à disposição dos grafiteiros. Os protagonistas da cena são notórios.

"Os Gêmeos" (Fonte: O Globo)

"Os Gêmeos" (Fonte: O Globo)

Atualmente, os gêmeos Gustavo e Otavio Pandolfo, 34, estão em voga.

Suas pinturas de um colorido intenso acharam a trilha para a primeira liga da cena de arte brasileira: a famosa galeria Fortes Vilaça vende as obras com grande sucesso. O fato de os gêmeos continuarem ativos no espaço urbano é uma questão de honra.

Kboco

Kboco

O colega Kboco, 31, também fez sucesso. Seus sistemas geomêtricos e harmônicos de linhas e círculos se encontram nas fachadas de muitas cidades brasileiras. O trabalho dele será exposto este ano, pela primeira vez, pela Galeria Marilia Razuk na famosa Art Basel.

O motor da cena é o ágil galerista Baixo Ribeiro. Cinco anos atrás, ele fundou o “Choque Cultural”, um espaço para novos talentos. Antes disso, Ribeiro marcava presença em cenários de skateboard e da moda. Foi assim que ele entrou em contato direto com as celebridades do grafite. Hoje Ribeiro as interliga com os sprayers de Nova Yorque, Los Angeles, Paris e Londres. Como a maioria dos colecionadores de Baixo Ribeiro aprecia a pintura contemporânea, ele consegue lhes transmitir que a Arte de Rua de São Paulo é de alta qualidade pitoresca, tanto nas fachadas quanto na tela.

Ribeiro: “Quem pinta na rua, recebe um feedback direto do público. Quando as pessoas não gostam de algo, aquilo desaparece em poucos dias. Do contrário, os bons trabalhos ainda permanecem no espaço urbano por mais de 10 anos.”

Trabalho dos Gêmeos em Coney Island, New York

Trabalho dos Gêmeos em Coney Island, New York

Ludwig XIV. und die Folgen

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Oben abgebildet: das Nobel-Kaufhaus Daslu in São Paulo. Das architektonische Konzept ist von zweifelhaftem Geschmack. Gemeinhin wird behauptet, es stehe für verkitschten stillosen Schick. Da bin ich anderer Meinung. Ich finde, es handelt sich um eine Collage verschiedener Stilrichtungen, versehen mit einer prahlerischen Überdosis an Luxus. Auf jeden Fall ist es kein Ausdruck der technologischen Möglichkeiten unserer Epoche. Es handelt sich also nicht um ein Beispiel zeitgenössicher Architektur. Man fühlt sich eher in die Welt Ludwig des XIV. zurückversetzt. Und ich befürchte, dass damit auch die geistige Verfassung gewisser elitärer Kreise dieser Stadt treffend beschrieben werden kann.

Sidney Borges ist Journalist und lebt in Ubatuba, im Bundesstaat São Paulo.

Der Originaltext findet sich in seinem Blog:

http://ubatubavibora.blogspot.com/


Comparando expressões idiomáticas:

A

abusar da sorte
to push one’s luck
sein Glück herausfordern

acertar em cheio
to hit the nail on the head
den Nagel auf den Kopf treffen

aconteça o que acontecer
come what may
komme, was kommen mag

alimentar um amor não-retribuido
to carry a torch for someone
jemandem falsche Hoffnungen machen

andar na corda bamba
to walk a tightrope
sich auf dünnem Eis befinden

apertar o cinto
to tighten one’s belt
den Gürtel enger schnallen

arregaçar as mangas
to roll up one’s sleeves
die Ärmel hochkrempeln

B

bater na mesma tecla
to harp on the same subject
ins gleiche Horn stossen

bem me quer, mal me quer
she loves me, she loves me not
sie liebt mich, sie liebt mich nicht

C

caia na real
get real
komm auf den Teppich

carta branca
to give free hand
freie Hand geben

com os dias contados
on borrowed time
die Tage sind gezählt

com o passar do tempo
as time goes by
im Lauf der Zeit

começar da estaca zero
to start from scratch
bei Null anfangen

D

dar nomes aos bois
to call a spade a spade
die Dinge beim Namen nennen

dar o fora em alguém
to dump someone
jemandem eine Abfuhr geben

dar um gelo em alguém
to give someone the cold shoulder
jemandem die kalte Schulter zeigen

dar um pulo na casa de alguém
to drop by
auf einen Sprung vorbeikommen

dar uma surra / dar uma coca em alguém
to clean someone’s clock
jemandem eins auf die Nuss / die Glocke geben

de uma vez por todas
once and for all
ein für alle Mal

dedurar alguém
to tell on someone
jemanden anschwärzen

deixar alguém na mão
to leave somebody high and dry
jemanden draufsetzen / im Regen stehen lassen

deixar o barco correr
to let things slide
den Dingen ihren Lauf lassen

desabafar
to get it off one’s chest
Dampf ablassen

descarregar irritação, mau humor / desontar em alguém
to take out on someone
sich an jemandem abreagieren

desculpa esfarrapada
lame excuse
lahme / faule Ausrede

desembucha / fala logo
shoot
schiess los / sag schon

dormir como uma pedra
to sleep like a dog
wie ein Toter schlafen

E

empurrar algo com a barriga
to table something
etwas vor sich herschieben

enfiar a faca (cobrar muito)
to rip someone off
jemanden ausnehmen / abziehen

estar atolado em trabalho
to be swamped with work
in Arbeit ertrinken

expelir gases / soltar um pum
to cut the cheese / to break wind
einen fliegen lassen / einen fahren lassen

F

falar é fácil
easier said than done
leichter gesagt als getan

fazer escândalo
to make a scene
eine Szene machen

ficar com as pernas bambas
to go weak in the knees
weiche Knie bekommen

ficar de rodeios / não ir direto ao ponto
to beat around the bush
um den heissen Brei herumreden

foi por pouco / foi por um triz
that was a close call
das war knapp

fora de cogitação
out of question
ausser Frage

G

gosto não se discute
there is no accounting for taste
über Geschmack lässt sich nicht streiten

H

hospedar alguém
to put someone up
jemanden aufnehmen

I

infernizar a vida de alguém
to take care of someone
sich um jemanden kümmern

isso é um roubo
that’s a rip-off
das ist ein Abzug / eine Abzocke

isso é uma mixaria
that’s peanuts
das ist Kinderkram

L

larga do meu pé
get off my back
lass mich in Ruhe / geh mir nicht auf den Geist

levantar com o pé direito
to get up on the wrong side of bed
mit dem linken Fuss aufstehen

M

manda-chuva / bambambã
big shot
grosse Nummer

mexer os pauzinhos
to pull the strings
die Fäden ziehen

muito barulho por nada
much ado about nothing
viel Lärm um nichts

N

não ficou pedra sobre pedra
not one stone was left upon another
kein Stein blieb auf dem anderen

nascer em berço de ouro
to be born with a silver spoon in one’s mouth
mit einem silbernen Löffel zur Welt kommen

O

o successo subiu a cabeça dele
success went to one’s head
der Erfolg ist ihm zu Kopf gestiegen

P

para sempre
for good
für immer und ewig

para variar
for a change
zur Abwechslung

pegar (moda)
to catch on
in Mode kommen

perder a cabeça
flow off the handle
den Kopf verlieren

pessoa fria
cold fish
aalglatt

piada suja
blue joke
schmutziger Witz

por debaixo do pano
under the table
unter den Teppich kehren

preguiçoso
goof-off
Faulpelz, Faulenzer

prova de fogo
acid test
Feuerprobe

Q

quebrar a cabeça
to beat one’s brains out
sich den Kopf zerbrechen

quebrar um galho
to make do
über’s Knie brechen

R

rato de biblioteca
bookworm
Bücherwurm

rua sem saida
dead-end street
Sackgasse

S

sair do fininho
to sneak away
sich davonschleichen / sich aus dem Staub machen

se depender de mim, nada feito
not if I can help it
nicht, wenn ich es verhindern kann

sei lá
beats me
was weiss ich

sem ressentimentos
no hard feelings
nichts für ungut

ser uma mala-sem-alça
to be excess baggage
ein Klotz am Bein sein

ser louco por alguém
to have a case on someone
verrückt nach jemandem sein

subir pelas paredes
to hit the ceiling
an die Decke gehen

T

ter uma recaída
to fall off the wagon
einen Rückfall haben

ter pé frio
to be a jinx
ein Pechvogel sein / Pech haben

tomar posse
to take office
das Amt übernehmen

tomar pau no teste
to flunk (in the subjects at school)
den Test / die Prüfung verhauen

V

vale a pena
it’s worth it
es lohnt sich

vira lata
mongrel / mutt (U.S.)
Mischling / Promenadenmischung

Continua!
To be continued!
Wird fortgesetzt!

Über Autofahrer, Fussgänger und Parias …

Es vergeht kaum ein Tag, an dem mir der Verkehr in São Paulo nicht auf den Sender geht. Auf die eine oder andere Weise: Lärm, Gestank, Aggression, Ignoranz.

Eine nicht ganz unähnliche Sichtweise vermittelt auch folgendes Post:

http://ocetico.wordpress.com/2008/12/01/288/

Leicht überzogen, aber gut geschrieben – zumindest im Original.

Sagen wir so: ich weiss, was er meint …

Auf Deutsch liest sich das ungefähr so:

Der brasilianische Fussgänger ist ein Paria. Er ist ohne Bedeutung. Es gibt keinen Platz für ihn. Er wird ständig mit dem Tod bedroht und oft genung ist er sich dessen nicht mal bewusst. Als ich meinen Führerschein machte, wurde mir eingetrichtert,  dass das Auto eine Waffe sei. Scheint allerdings so, als ob das nicht gerade bei der Mehrheit der Autofahrer in Brasilien angekommen ist. Wenige Leute machen sich wirklich klar, dass Autofahren so was wie ein ständiger potentieller Akt der Aggression sein kann. Ein Fahrer, der zum Beispiel nicht bremst, wenn er sieht, dass vor ihm jemand die Strasse überquert, will damit ganz selbstverständlich sagen: “Geh mir aus dem Weg, sonst gibt’s Verletzte. Vielleicht bringe ich dich sogar um die Ecke!”

In den vergangenen Jahrzehnten führte die fatale Kombination aus einer exponentiell wachsenden Anzahl von PKW’s, einer miserablen Politik in Bezug auf den öffentlichen Personennahverkehr und eines konsequenten Ausbaus des Strassennetzes dazu, dass es immer weniger sicheren Raum dafür gibt, sich zu Fuss fortzubewegen. Das beschneidet ganz eindeutig die Lebensqualität und das Zusammenleben jener Bürger, die nicht hinter dem Steuer sitzen. Der gewönliche Fussgänger wird mehr und mehr eingeschränkt und ist selbst auf den für ihn bestimmten Wegen einem ständigen Risiko ausgesetzt.

So kommt es, dass das Leben derjenigen, die zu Fuss gehen, immer unerträglicher wird und dass sich wohl der eine oder andere Betroffene wünscht, selbst ein Auto unter dem Hintern zu haben und die Rolle des Unterdrückten mit der des Unterdrückers zu tauschen.

Ich lebe in Porto Alegre aber ich denke, dass der sogenannte öffentliche Verkehrsraum nicht nur hier, sondern auch in allen anderen brasilianischen Metropolen mehr und mehr zugunsten des motorisierten Individualverkehrs “umgestaltet” wird. Was Porto Alegre angeht, so kommt noch hinzu, dass jemand die umwälzende Idee hatte, der Brigada Militar die Zuständigkeit für die Verkehrsüberwachung zu entziehen und zum Ausgleich dafür ein weiteres Kontrollorgan ins Leben zu rufen, die Fiscais de Trânsito. Ein schlechter Tausch. Die werden nämlich nicht besonders respektiert. Dank dieser grandiosen Idee sind kaum noch Polizisten unterwegs, die allgemeine öffentliche Sicherheit leidet darunter und Verkehrsvergehen werden kaum geahndet.

So lässt sich zunehmend beobachten, wie Autofahrer rote Ampeln missachten, am Handy kleben, wenn sie hinterm Steuer sitzen und Fussgänger regelrecht aufscheuchen, wenn die so dreist sind, die Strasse überqueren zu wollen. Und man muss sich vor den Motoboys in Acht nehmen, die mehr und mehr auf Fussgängerwege ausweichen.

Mit Spannung warte ich auf den Tag, an dem mein Wohnsitz niedergerissen wird, um einer Strasse oder einem Parkplatz zu weichen. Ich stelle mir schon jetzt vor, wie ich dann auf dem Bürgersteig campe und bete, dass ich nicht von einem Motorrad übefahren werde.